Cluj-Napoca, Rumaenien
Irgendwie wollte es heute nicht ganz. Neben dem desastroesen vorabend und immer noch andauernder schlechter Laune gesellten sich an diesem morgen auch noch graue Wolken am Himmel dazu.
Bis nach Ungarn sind wir trotzdem trocken gekommen. Kurze Lifts von Wien bis zum Flughafen, zur naechsten Auffahrt, zur naechstbesten Raststaette, von dort bis zur Grenze, und so weiter… Kurz vor Budapest dann das Unheil von oben: Platzregen. Graupelschauer. Oder wie auch immer man es nennt.
Schon halb durchnaesst - Reckenjacke, ja geschweige denn einen Regenschirm hatte ich natuerlich nicht mitgenommen. Wie kommt man auch darauf, dass es in Syrien regnet? Ach, stimmt. Einen Weg dorthin gibt es auch noch. Und ein regnerisches Ungarn stand da schon gar nicht auf der Landkarte.
Trotzdem hielt ein freundlicher Bewohner dieses beschaulichen Landes fuer uns, der bis nach Budapest fuhr. Und obwohl er nur bis zum westlichen Stadtrand musste hat er uns kreuz und quer durch Budapest gefahren, bis zum Beginn der ungarischen Bundesstrasse 4, die nach Szolnok fuehrt. Unser Held des Tages!
Aus Budapest rauszukommen war dann eine kleine Herausforderung, aber auch hier hielt nach einiger Zeit ein Trucker, der uns auf ungarisch vollgesuelzt hat und ungarische Coversongs von Scooter praesentierte. Gluecklicherweise blieb es draussen nun halbwegs trocken. Bei irgendeinem Kaff war dann Schluss, aber auch hier kamen wir fix weiter bis kurz vor Szolnok.
Szolnok war fuer uns dann das, was man als Tramper wohl als “beschisseneste Stelle ueberhaupt” bezeichnet. Autos die mit 100 km/h an uns vorbeirasten, Graupelschauer von allen Seiten, Trucks die Wasserfontaenen allererster Klasse von sich liessen, und so weiter… Egal, irgendwann kamen wir auch hier weg und wurden bis zu einem Ort, dessen Namen kein Mensch aussprechen kann (Toeroekszentmiklos oder so).
Hier begann dann unsere erste Begegnung mit der rumaenischen Gastfreundschaft. Unseren folgenden Lift beschreibe ich mal kurz mit folgendem Gespraechsfetzen:
“Towards Romania?”
- “Da, Da, Romania, Oradea!”
“Fantastisch!”
….Sekunden spaeter im Auto, rappelvoll, 2 grosse Rucksaecke auf mir drauf
- “Money Money?”
“Nee, nix money. We autostop, no money”
…Unverstaendliche Handbewegungen, lautes rumoren mit dem Beifahrer
- “Euro?” “Euro?” “Dollar?”
“Noo, no money”
…das ging dann gut 10 minuten so weiter, bis irgendwann ruhe eingekehrt ist und man dann doch los fuhr. Wirre Kerle, nicht gerade top drauf…
An der Grenze war es dann immer noch am schiffen ohne Ende, schon 9 Uhr ungarischer Zeit, 10 Uhr rumaenischer. Sind dann aber trotzdem noch mit einem Lift direkt nach Cluj-Napoca gekommen, haben da gut 3 Stunden fuer gebraucht, andauernder Stau, etc.
Momentan sind wir noch in Cluj, recht schoene Stadt, und das Wetter hat sich heute auch wieder gewandelt, laessige 38 Grad mindestens, die Luft steht hier regelrecht.
Morgen frueh versuchen wir bis Veliko Tarnovo in Bulgarien zu kommen, muessen dabei an Bukarest vorbei. Hoffe dass dies so schnell wie moeglich vonstatten geht, soll anscheinend nicht gerade die tollste Stadt sein nach Einbruch der Dunkelheit.
Bis dahin, Gruesse
Ralf

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