Biel/Bienne CH – Speyer D
Ca. 360km, 18./19.April 10.
Es war ca. 10.30 Uhr, ich wollte wie üblich mit dem Bus zur Autobahnauffahrt fahren, aber der fuhr nur werktags. So änderte ich meine Pläne und lief zur Autobahn Richtung Bern. Das erste Auto nahm mich mit! Wir sprachen über Dampflokomotiven.. auf der A1, der Raststätte Grauholz, stieg ich aus und benutzte zum ersten Mal die Brücke, um auf die andere Seite der Raststätte zu kommen. Es hatte kaum Autos. Endlich hielt eines an mit zwei Männern darin. Hmm, zwei Männer.. Dann sprachen die auch weder deutsch noch franz noch englisch und sagten nur “Basel”. Ich lehnte dankend ab und wartete weiter. Dann kam er: Der Porsche GT-3 (man muss dazu sagen, dass ich keine Ahnung hatte und dachte es sei ein Ferrari, weil im Logo ein Pferd zu sehen ist)! Der Fahrer sagte, er fahre nicht nach Basel (weil ich mit “Basel”-Schild war) sondern nach Deutschland. Wir murksten meinen Rucksack ins Auto (mit vereinten Kräften und viel Gewalt ging es) und fuhren los. Irgendeinmal stellten wir fest, dass er direkt an Speyer vorbeifährt – meinem Ziel! Wow.. das sind exakt 337km. Der Fahrer war der liebste der Welt und wir führten interessante Gespräche. Er wird am 24-Stunden-Rennen teilnehmen und fuhr gerade dorthin zum trainieren. Er fuhr wirklich professionell. Sein Porsche-Modell war ohne Komfortzeugs gebaut, und so fühlte sich das Fahren an als ob man auf Rollschuhen wäre.. man spürt echt alles, jeden Kieselstein. Somit waren die 250km/h, die wir zeitweise fuhren, sehr aufregend. Unterwegs lud er mich zum Mittagessen mit anschliessendem Espresso ein (er ist Italiener). Dann fuhr er mich direkt vor die Konferenzhalle. Zum guten Glück hatte die Nachmittagssession bereits begonnen, so waren nicht allzuviele Leute draussen.. denn schon die wenigen die da waren umringten uns staunend
Als er wieder losfuhr, hörten es meine Freunde drinnen.
Rückweg:
Um 16.30 Uhr lief ich vom Konferenzort in Richtung Autobahn. Eine schnurgerade Zufahrtsstrasse und null Möglichkeiten für Autos, anzuhalten.. Irgendwann stellte ich mich einfach mitten in einen Kreisel, sozusagen, mit A5-Schild. Bis zur A5 waren aber noch die B9, A61 und ein Stück A6 zu bewältigen. Aber wie das so ist, stoppte irgendwann (nach 20 Minuten oder so) ein sehr netter Mann. Er brachte mich auf eine Raststätte auf der A6, “am Hockenheimring”. Dort wartete ich, liedererfindend und singend, etwa 30 Minuten. Es war sehr unterhaltsam. Dann hielt ein Lastwagen, der in die Schweiz fuhr. Da aber schon etwa 18 Uhr war und ich mich noch gut an meine Lastwagentour mit Ernestyna erinnerte, stieg ich auf der ersten Raststätte auf der A5 aus. Das war eine sehr weise Entscheidung. Weiter gings mit einem deutsch-vietnamesischen Paar, das nach Freiburg i.Br. fuhr. Ich nickte dauernd ein und konnte nichts dagegen tun.. glücklicherweise wachte ich kurz vor der letzten Raststätte vor Freiburg auf und konnte aussteigen. Die Raststätte war sehr klein und sehr leer… Nach 30 Minuten hielt ein Aargauer an und brachte mich in die Schweiz auf die Raststätte Pratteln. Dort stand an der Tankstelle ein roter Ferrari. Ich steuerte schon lächelnd darauf zu aber fragte dann doch zuerst einen anderen jungen Mann, und der nahm mich auch prompt mit bis Bern. Da es dort schon dunkel war nahm ich den Zug nach Hause..
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