Jura - Chasseral, 10. Juni 08

June 25th, 2008

Trampen auf den Chasseral

Es war ein schöner Tag. Mein spanischer Tramperkollege war zu Besuch und wir hingen im Garten herum, bevor ich ihm den Jura zeigen wollte. Gegen Abend brachen wir endlich auf. Wir verliessen das Haus und es begann zu regnen!

Es war ungefähr 16.30, wir liefen im Regen der Hauptstrasse entlang, nach etwa einem Kilometer versuchten wir unser Glück und streckten die Daumen raus. Schon nach ein paar Sekunden nahm uns eine junge Frau mit, die zur Autobahnauffahrt fuhr, von da aber leider in die falsche Richtung. Bei der Auffahrt mitten im Industriegebiet war der Feierabendverkehr bereits in vollem Gange. Immer noch regnete es, und war es deswegen, dass wir fast 10 Minuten stehen mussten? Wir versuchten alles: Lächeln, winken, auf die Strasse stehen, in 10m Abstand stehen,… Nachdem Dutzende von Autos mit Schweizerfähnchen bestückt (es lief bereits die EM) vorbeigefahren waren, hielt ein grosser Offroader mit Totenkopffahne. Der Fahrer trug ein Totenkopf-kopftuch und überall hingen irgendwelche Totenkopfemblem-accessoirs. Und der Fahrer war supersympathisch! Er fragte, wo wir hinwollten, ich sagte, dass ich dem Spanier den Jura zeigen wolle und an den See “Etang de la Gruyère” gedacht hatte. Der Fahrer musste zwar nicht dahin, aber wollte uns hinfahren, weil er genug Zeit hatte!
Hardrocker
Oben im Jura regnete es immer noch, und der Fahrer schlug vor, uns auf den Chasseral (ca. 1′630müM) zu fahren, weil es da ein Restaurant habe und eine wunderbare Aussicht.
Wir fuhren an seinem Dorf vorbei und dann circa eine halbe Stunde lang bergauf. Auf dem Gipfel angekommen - wo es notabene nicht mehr regnete, sondern grad die Sonne überm Seeland unterging - kehrte er grad wieder um, weil er mit seiner Hardrockgruppe Probe hatte. Dieser Typ fuhr etwa 1 Stunde nur wegen uns einen Berg hoch und wieder runter!! Ich war verblüfft, dass der spanische Kollege mit seinem “if you just go and try, the luck will find you” recht hatte, und der Hardrocker bestätigte mich mit dem Sprichwort “La chance se provoque!”
Auf dem Gipfel des Chasseral
Albert, the spanish guy
Auf dem Parkplatz des Chasserals standen 4 Autos, das Restaurant schloss in drei Stunden und im Innern sassen etwa sechs Gäste. Wir genossen ein Feldschlösschen und anschliessend draussen die Aussicht, machten Fotos und begannen mit runterlaufen. Lustigerweise entdeckte ich auf dem Parkplatz ein Auto mit polnischem Kennzeichen! Wir liefen etwa 10 Minuten runter, in dieser Zeit fuhren zwei Autos an uns vorbei rauf und eines an uns vorbei runter.

Dann kamen wir an eine Kreuzung (siehe erstes Bild), von der aus man etweder auf die eine Seite des Bergs runter kann oder - - - - auf die andere. Wir beschlossen, dort zu warten, da es uns ja einerlei war in welche Richtung runter, wir kannten uns eh nicht aus. Schon nahm uns ein Deutscher, der seit Jahren im Jura wohnte und arbeitete, mit bis St.Imier (das erste Dorf im Tal).
Vom Chasseral runter
Dort an der Hauptstrasse hielt auch schon das erste Auto für uns, ein junger Sozialarbeiter, der nach Biel fuhr. In Biel liess er uns mitten im Industriegelände raus und wir mussten erstmal etwa eine Viertelstunde auf die andere Seite zur Hauptstrasse laufen. Dort streckten wir versuchsweise einfach mal den Daumen raus, eine ältere Frau hielt an. Da sie grad nichts zu tun hatte, fuhr sie uns bis vor die Haustüre - laut Schlagermusik hörend, der Text ging ungefähr so: “Und dann fahr ich weg, in den Süüüüüüüüüüüüüüüüüüden, einfach weg, einfach los, einfach fort!”.




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